Historische Aufnahme des Polizeiamts in Mülheim aus dem Jahr 1945.

Polizeipräsidium Mülheim an der Ruhr

Mülheim an der Ruhr: Polizeipräsidium Orte der Polizeigeschichte

Daten und Fakten

Polizeibeamte auf der Freitreppe der Zentrale der Mülheimer Polizei um 1946/1947.
Polizeibeamte (1946/1947)

Am 5. März 1937 berichtete die National-Zeitung in Mülheim an der Ruhr über das Richtfest am Polizeiamts-Neubau. Bereits 1934 war in der preußischen Regierung die Entscheidung für einen Neubau gefallen.

  • Vorübergehend war die Mülheimer Polizeizentrale zunächst in die ehemalige Militärkaserne an der Kaiserstraße und danach in das Verwaltungsgebäude der Deutschen Röhrenwerke eingezogen. Jedoch hatte sich schon nach kurzer Zeit gezeigt, dass dies nur eine vorübergehende Lösung sein konnte, die nur bedingt den Anforderungen an eine moderne Polizei entsprach.
     

  • 1938 zogen schließlich Dienststellen aus unterschiedlichen Liegenschaften im Stadtgebiet in den Neubau ein. Standort des Gebäudekomplexes am Rande der Innenstadt war die Von-Bock-Straße, deren Name an den ehemaligen Oberbürgermeister Karl von Bock und Polach erinnerte. In dem Gebäude der Polizei (Mülheim war zu dieser Zeit ein Polizeiamt des Polizeipräsidiums Oberhausen-Mülheim) kam 1938 auch die SA-Brigade 73 unter. Der Polizeipräsident dieser Zeit ist ein Paradebeispiel für die Verzahnung von Staat und Nazi-Partei. Damian Wysocki war gleichermaßen Polizeipräsident wie auch Führer der SA-Brigade.
     

  • Das Bauwerk war im 2. Weltkrieg nahezu unbeschädigt geblieben. Lediglich nach dem Fliegergroßangriff am 23. Juni 1943, bei dem große Teile Mülheims zerstört wurden, wurde in den damaligen Feuerwehr-Unterlagen ein Dachstuhlbrand verzeichnet, der nach zwei Stunden gelöscht werden konnte. Nach Kriegsende 1945 wurde es für die Polizei in der Von-Bock-Straße zunächst räumlich eng. Da im Rathaus zahlreiche Räume für das Gruppenhauptquartier der Militärregierung beschlagnahmt wurden, mussten etliche Behörden der Stadtverwaltung Mülheim in das Polizeigebäude umsiedeln. So waren dort zunächst neben der Polizeidirektion und der Kriminalpolizei auch die Betreuungsstelle für Flüchtlinge, die Entnazifizierungsabteilung sowie das Ernährungs-, Fürsorge-, Versicherungs-, Wohnungs- und Wirtschaftsamt angesiedelt. Im Kellergeschoss wurde zudem das örtliche Zollamt untergebracht.
     

  • Bis heute dient der Gebäudekomplex an der Von-Bock-Straße als Zentrale der Mülheimer Polizei, die in ihrer wechselvollen Geschichte mal Teil anderer Polizeibehörden (Oberhausen, Essen) und mal selbstständig war. Nachdem Mülheim 1983 zu einem eigenständigen Polizeipräsidium erhoben wurde, verlor es 2007 schließlich seine Selbstständigkeit wieder und wurde eine Polizeiinspektion des Polizeipräsidiums Essen.

Fotos

  • Historische Aufnahme des Polizeiamts in Mülheim aus dem Jahr 1945.
    Historische Aufnahme (1945)
  • Im Bild sieht man eine Frau, die von dem Angebot Gebrauch macht und gegen eine Spende Nägel in ein Hakenkreuz einschlagen darf.
    Sammelaktion (1934)
  • Arbeiten auf der Baustelle der neuen Polizeiliegenschaft an der Von-Bock-Straße im Jahr 1936.
    Frühe Bauphase (1936)
  • Mülheimer Werbebanner der Polizei in der Innenstadt mit dem Slogan "Den Guten Schutz, den Bösen Trutt.
    Slogan der Polizei (1936)
  • Platzkonzert des Mülheimer Polizeiorchesters anlässlich des Richtfestes für die neue Polizeiliegenschaft. am 4. März 1937.
    Richtfest (1937)
  • Aufmarsch der Schutzpolizei zum Richtfest am 4. März 1937.
    Aufmarsch Schutzpolizei (1937)
  • Ansichtskarte aus der Zeit des Dritten Reichs, die das Wirken der Polizeibataillone heroisiert.
    Ansichtskarte (um 1942)
  • Außenansicht des Polizeipräsidiums Mülheim an der Ruhr aus dem Jahr 2004.
    Außenansicht (2004)

Kontakt

Ehemaliges Polizeipräsidium Mülheim an der Ruhr

Von-Bock-Str. 50
45468 Mülheim an der Ruhr