Wewelsburg Büren
Büren: Wewelsburg Orte der Polizeigeschichte
Daten und Fakten
Die Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933 - 1945 informiert umfassend sowohl über die lokalen Tätigkeiten der Schutzstaffel (SS) in Wewelsburg als auch über die allgemeine Geschichte der Schutzstaffel der NSDAP. Zugleich wird hier der Opfer der SS-Gewalt gedacht.
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Opfergruppe Zeugen Jehovas
Für den Größenwahn der Nationalsozialisten, die Wewelsburg zu einem zentralen Treffpunkt der SS- und Polizei-Eliten auszubauen, bedurfte es einer großen Zahl von Menschen, die - ohne dass ihnen noch irgendwelche Rechte oder Errungenschaften der Zivilisation zugestanden wurden - die Bauarbeiten ausführen mussten. Die Häftlinge, die hier zum Teil bis zu ihrer physischen Vernichtung schuften mussten, kamen aus unterschiedlichen sozialen Gruppen. So wurden hier nicht nur Menschen jüdischen Glaubens, sondern auch Zeugen Jevohas (unter den Nationalsozialisten als "Bibelforscher" bezeichnet), die jegliche Gewalt und damit jede Beteiligung an Kriegshandlungen ablehnten, gefangengehalten und der Zwangsarbeit unterworfen.
Einer dieser Zeugen Jehovas war Johannes Steyer. Sein "Verbrechen", das ihm vorgeworfen wurde, war sein Glaube. Er wurde wie viele andere Menschen seiner Glaubensgemeinschaft ins KZ gebracht und dort gefangen gehalten und mit härtester Zwangsarbeit belegt. Auch wenn seine Inhaftierung nicht im KZ Wewelsburg, sondern in Buchenwald erfolgte, so ist das, was er dort erlebte, doch auch auf das Schicksal derer übertragbar, die in Wewelsburg Gleiches erleiden mussten.
Johannes Steyer hinterließ einen umfangreichen Zyklus von Bildern im Stil naiver Malerei, mit deren Kreation er offensichtlich die grauenvolle Zeit im Konzentrationslager weit nach Kriegsende abarbeitete. Seine Bilder geben einen eindrucksvollen Einblick in das Leben und Leiden der Menschen, die nur aufgrund ihres Glaubens im Konzentrationslager gemartert wurden. Einige seiner Bilder werden hier gezeigt. Der gesamte Bilderzyklus war im Frühjahr 2023 Gegenstand einer Ausstellung in der Wewelsburg. Die Bilddateien wurden dem Betreiber dieser Homepage mit freundlicher Genehmigung des Archivs Zentraleuropa der Zeugen Jehovas überlassen. Herrn Wolfram Slupina, Öffentlichkeitsarbeit Jehovas Zeugen Deutschland, dem Archivleiter, Herrn Karlheinz Thielen, sowie Herrn Marcel Nau, der den Kontakt zum Archiv hergestellt hat, sei stellvertretend für alle Beteiligten gedankt.