Historische Aufnahme von Arbeiten im Burggraben der Wewelsburg in Büren.

Wewelsburg Büren

Büren: Wewelsburg Orte der Polizeigeschichte

Daten und Fakten

Außenaufnahme der Wewelsburg in Büren aus dem Jahr 2023.
Zufahrt zur Burg (2023)

Die Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933 - 1945 informiert umfassend sowohl über die lokalen Tätigkeiten der Schutzstaffel (SS) in Wewelsburg als auch über die allgemeine Geschichte der Schutzstaffel der NSDAP. Zugleich wird hier der Opfer der SS-Gewalt gedacht.

  • Untergebracht ist die Gedenkstätte in einer Burganlage aus der Bauzeit von 1603 bis 1609, die mit ihrer einzigartigen Dreiecksform auf einem Bergsporn über dem Almetal errichtet worden ist.
     
  • Ab 1933 plante Heinrich Himmler, einen zentralen Versammlungsort für die Schutzstaffel in der Wewelsburg einzurichten. Zunächst als „Reichsführerschule“ für SS-Offiziere gedacht, wurden Ende der 1930er Jahre Maßnahmen ergriffen, welche die Wewelsburg mehr und mehr in eine abgeschottete, zentrale Versammlungsstätte für die höchsten SS-Offiziere umformen sollten. Für den geplanten Ausbau wurde vor Ort ein Konzentrationslager errichtet. Mindestens 1.285 Häftlinge starben infolge der Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie aufgrund von Schi-kanen der SS-Wachmannschaft.
     
  • In der neuen Dauerausstellung wird weltweit zum ersten Mal die Gesamtgeschichte der SS in großer Breite museal präsentiert. Auf 850 qm Ausstellungsfläche wird die lokale Geschichte der SS-Tätigkeiten und des örtlichen Konzentrationslagers in eine umfangreiche Gesamtdarstellung der Schutzstaffel eingebettet. Die Dauerausstellung befindet sich in den historischen Räumen des ehemaligen SS-Wachgebäudes. Die Dauerausstellung präsentiert ausführlich sowohl die ideologischen Grundlagen der Schutzstaffel, als auch deren radikale und verbreche-rische Konsequenzen.
     
  • Neben Selbstverständnis, Organisationsstruktur sowie religions-, wissenschafts-, kunst- und kulturpolitischen Ambitionen der SS stehen Ausgrenzungsmechanismen, Verfolgungsapparat, Lagersystem und Vernichtungspraxis im Fokus der Ausstellung. In diesem Zusammenhang werden am lokalen Beispiel des KZ Niederhagen-Wewelsburg auch Leben und Leiden der Opfer der SS-Gewalt thematisiert.
     
  • Die Ausstellung setzt sowohl auf ein umfassendes Medienkonzept, als auch auf klassische Bild- und Textelemente. Viele hochwertige, originale Exponate wie etwa ein Taschenkalender Heinrich Himmlers, KZ-Barackenwände oder Häftlingskleidung werden ausgestellt. Neben der Erinnerungs- und Gedenkstätte beherbergt die Wewelsburg heute noch eine Jugendherberge und ein Historisches Museum des Hochstifts Paderborn.

Virtueller RundgangOffizielle App

Fotos

  • Historische Aufnahme von Arbeiten im Burggraben der Wewelsburg in Büren.
    Arbeiten im Burggraben
  • Aufnahme des Burghofs der Wewelsburg in Büren im Jahr 2023.
    Burghof (2023)
  • Aufnahme des Burghofs der Wewelsburg in Büren im Jahr 2023.
    Burghof (2023)
  • Aufnahme einer Eingangstür zum Burghof der Wewelsburg in Büren im Jahr 2023.
    Eingangstür Burghof (2023)
  • Aufnahme einer Inschrift über der Eingangstür zum Burghof der Wewelsburg in Büren im Jahr 2023.
    Inschrift (2023)
  • Aufnahme des Zugangs zum Haupteingang der Wewelsburg in Büren im Jahr 2023.
    Zugang Haupteingang (2023)

Videos

Video Luftaufnahmen
Imagefilm

Opfergruppe Zeugen Jehovas

Für den Größenwahn der Nationalsozialisten, die Wewelsburg zu einem zentralen Treffpunkt der SS- und Polizei-Eliten auszubauen, bedurfte es einer großen Zahl von Menschen, die - ohne dass ihnen noch irgendwelche Rechte oder Errungenschaften der Zivilisation zugestanden wurden - die Bauarbeiten ausführen mussten. Die Häftlinge, die hier zum Teil bis zu ihrer physischen Vernichtung schuften mussten, kamen aus unterschiedlichen sozialen Gruppen. So wurden hier nicht nur Menschen jüdischen Glaubens, sondern auch Zeugen Jevohas (unter den Nationalsozialisten als "Bibelforscher" bezeichnet), die jegliche Gewalt und damit jede Beteiligung an Kriegshandlungen ablehnten, gefangengehalten und der Zwangsarbeit unterworfen.

Einer dieser Zeugen Jehovas war Johannes Steyer. Sein "Verbrechen", das ihm vorgeworfen wurde, war sein Glaube. Er wurde wie viele andere Menschen seiner Glaubensgemeinschaft ins KZ gebracht und dort gefangen gehalten und mit härtester Zwangsarbeit belegt. Auch wenn seine Inhaftierung nicht im KZ Wewelsburg, sondern in Buchenwald erfolgte, so ist das, was er dort erlebte, doch auch auf das Schicksal derer übertragbar, die in Wewelsburg Gleiches erleiden mussten.

Johannes Steyer hinterließ einen umfangreichen Zyklus von Bildern im Stil naiver Malerei, mit deren Kreation er offensichtlich die grauenvolle Zeit im Konzentrationslager weit nach Kriegsende abarbeitete. Seine Bilder geben einen eindrucksvollen Einblick in das Leben und Leiden der Menschen, die nur aufgrund ihres Glaubens im Konzentrationslager gemartert wurden. Einige seiner Bilder werden hier gezeigt. Der gesamte Bilderzyklus war im Frühjahr 2023 Gegenstand einer Ausstellung in der Wewelsburg. Die Bilddateien wurden dem Betreiber dieser Homepage mit freundlicher Genehmigung des Archivs Zentraleuropa der Zeugen Jehovas überlassen. Herrn Wolfram Slupina, Öffentlichkeitsarbeit Jehovas Zeugen Deutschland, dem Archivleiter, Herrn Karlheinz Thielen, sowie Herrn Marcel Nau, der den Kontakt zum Archiv hergestellt hat, sei stellvertretend für alle Beteiligten gedankt.

Fotos Zeugen Jehovas

  • Einlieferung ins KZ und Übergabe der Gerichtsakten: Bild von Johannes Steyer.
    Einlieferung ins KZ
  • Schikanen bei der Aufnahme im KZ: Bild von Johannes Steyer.
    Schikanen im KZ
  • Stundelanges Stehen und Zählappell: Bild von Johhanes Steyer.
    Stehen und Zählappell
  • Zeugen Jehovas und andere Gefangene transportieren Steine per Hand: Bild von Johannes Steyer.
    Steine transportieren
  • Ein Wärter tötet einen Zeugen Jehovas: Bild von Johannes Steyer.
    Mord durch einen Wärter
  • Inhaftierte Zeugen Jehovas müssen ihren toten Glaubensbruder wegtragen: Bild von Johannes Steyer.
    Wegtragen einer Leiche
  • Die SS bestraft Häftlinge: Bild von Johannes Steyer.
    Bestrafung von Häftlingen
  • Selbstmord am Elektrozaun: Bild von Johannes Steyer.
    Selbstmord eines Häftlings

Kontakt

Kreismuseum Wewelsburg

Burgwall 19
33142 Büren

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