Historische Ansicht des alten Polizeipräsidiums in Düsseldorf aus dem Jahr 1935.

Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

Düsseldorf: Mahn- und Gedenkstätte Orte der Polizeigeschichte

Daten und Fakten

Aufnahme eines Menschenauflaufs vor dem Polizeipräsidium Düsseldorf aus dem Jahr 1930.
Menschenauflauf (1930)

Das Alte Stadthaus an der Mühlenstraße wurde im frühen 18. Jahrhundert als Sitz eines Jesuitengymnasiums errichtet und diente nach der Aufhebung des Jesuitenordens (1773) als Regierungs- und Verwaltungsgebäude, unter anderem als Regierungssitz des Großherzogtums Berg und als Preußische Regierungskanzlei.

  • Nach dem Ersten Weltkrieg war im Alten Stadthaus die kommunale Polizei Düsseldorfs (Stadtpolizeiamt) untergebracht, die am 1. Juli 1926 durch das preußische Innenministerium verstaatlicht wurde. Ab diesem Zeitpunkt diente das Gebäude als Polizeipräsidium. Zum Polizeipräsidium Düsseldorf zählten die Verwaltungspolizei, die Kriminalpolizei und die Schutzpolizei. Es beherbergte Büros, Haftzellen sowie eine kriminal- und spurentechnische Untersuchungsabteilung. Im großen Innenhof (Westseite) waren Fahrzeuge für Streifen und Überfallkommandos untergebracht.
     
  • Der erste Düsseldorfer Polizeipräsident, der Jurist Hans Langels, gab 1928 im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit die Produktion des Werbefilms „Dienst am Volk“ in Auftrag, der die Ausbildung und alltägliche Tätigkeit der Schutzpolizei dokumentierte und 1930 uraufgeführt wurde. Den Öffentlichkeitszwecken diente auch das von Langels gegründete Polizei- und Kriminalmuseum (Mühlenstraße 29).
     

Machtübernahme durch Nationalsozialisten

  • Am 29. April 1933 wurde Hans Langels mit sofortiger Wirkung beurlaubt, mit Beschluss des preußischen Staatsministeriums vom 5. Mai 1933 in den einstweiligen Ruhestand und schließlich am 3. Oktober 1933 nach § 6 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums zum 1. Februar 1934 in den Ruhestand versetzt. Sein Nachfolger wurde am 1. Mai 1933 der Leiter des SS-Oberabschnitts West, SS-Gruppenführer Fritz Weitzel. Zugleich wurde der Regierungsrat Wilke, Leiter der politischen Polizei (Abteilung I A des Polizeipräsidiums) im Februar 1933 „auf eigenen Wunsch“ beurlaubt und durch den Nationalsozialisten Rudolf Murray ersetzt, der damit erster Chef der Düsseldorfer Gestapo wurde.
     
  • Das Polizeipräsidium räumte bis April 1934 das Alte Stadthaus und bezog den Neubau am Mackensenplatz (heute Jürgensplatz).

Quelle: Carsten Dams / Klaus Dönecke / Thomas Köhler (Hrsg.): „Dienst am Volk“? Düsseldorfer Polizisten zwischen Demokratie und Diktatur, Frankfurt 2007.


Gedenken

  • Am 17. September 1987 wurde im westlichen Erdgeschoss des Alten Stadthauses auf Initiative von Düsseldorfer Bürgerinnen und Bürgern die Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf eröffnet, die mit Ausstellungen und Veranstaltungen, Forschungs- und Bildungsarbeit an die Zeit des Nationalsozialismus erinnert und allen Opfern der NS-Diktatur gewidmet ist.

Fotos

  • Gruppenbild des Führungspersonals der Düsseldorfer Polizeibeamten aus dem Jahr 1927.
    Düsseldorfer Polizeibeamte (1927)
  • Historische Ansicht des alten Polizeipräsidiums in Düsseldorf aus dem Jahr 1935.
    Historische Ansicht (1935)
  • Aufnahme des Eingangs zur Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf aus dem Jahr 2024.
    Eingang (2024)
  • Ansicht des Gebäudes von der Mühlenstraßer aus (2024).
    Aktuelle Ansicht (2024)

Video

Video: Dienst am Volk - Polizei

Kontakt

Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

Mühlenstraße 29
40213 Düsseldorf

Website