Vereinbarkeit von Beruf und Pflege Die Situation pflegender Angehöriger und Handlungsbedarfe für öffentliche Arbeitgeber

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Um mehr über die Lebenssituation und Vereinbarkeitsbedarfe von pflegenden Angehörigen in der öffentlichen Verwaltung zu erfahren, wurden Interviews mit 22 Frauen und elf Männern geführt, die neben ihrem Beruf in die Pflege von Angehörigen eingebunden sind. Die Ergebnisse zeigen, dass der Einstieg in die Pflege oft schleichend erfolgt. Der Aufwand wächst in dem Maße, wie die Beeinträchtigungen der betreuten Person zunehmen. Eine bewusste Entscheidung für die Übernahme von Pflegeaufgaben findet in der Regel nicht statt. Die mit der Pflege zusammenhängenden Emotionen wie Trauer, Angst, Überforderung, Überlastung, Hilflosigkeit und Wut sind überwiegend negativ. Positive Gefühle wie Dankbarkeit sind dem gegenüber selten.

Die Pflegeverantwortung kann zur Folge haben, dass die Betreffenden bei der Arbeit müde und wenig konzentriert sind, weil die Gedanken um die pflegebedürftige Person kreisen. Darüber hinaus berichten sie über Stress, Schlafstörungen, Erschöpfung und psychische Beeinträchtigungen. Nur wenige Angehörige finden einen Ausgleich zur Pflege. Das soziale Leben und Freizeitverhalten sind stark eingeschränkt. Zudem stagniert bei den meisten Befragten die berufliche Entwicklung. Trotz der Belastungen denken die Beschäftigten jedoch nicht daran, ihre Erwerbsarbeit aufzugeben.

Flexible Arbeitszeiten und Homeoffice erleichtern den Alltag der pflegenden Angehörigen. Auch Verständnis im kollegialen Umfeld und von Seiten der Vorgesetzten trägt dazu bei. Einige Befragte nutzen das Pflegegeld beziehungsweise Sonderurlaub, um den Pflegeaufgaben gerecht zu werden. Unbezahlte Freistellungen werden hingegen nicht in Anspruch genommen. Es werden Empfehlungen für eine pflegesensible Führungs- und Organisationskultur abgeleitet.