Stille Studierende in der Hochschullehre Bedingungen, Muster und Fördermöglichkeiten aktiver Beteiligung unter besonderer Berücksichtigung introvertierter und sozial zurückhaltender Studierender

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Aktive Beteiligung gilt als ein zentraler Faktor erfolgreicher Hochschullehre. Gleichzeitig zeigt die Lehrpraxis, dass sich ein erheblicher Teil der Studierenden nur selten mündlich beteiligt. Besonders introvertierte, schüchterne oder sozial zurückhaltende Studierende bleiben häufig im Hintergrund, obwohl sie fachlich engagiert und kognitiv aktiv sein können. Bislang ist wenig darüber bekannt, welche individuellen, sozialen und didaktischen Faktoren zu diesen Beteiligungsmustern beitragen und wie Hochschullehre darauf angemessen reagieren kann.

Das Forschungsprojekt untersucht die Bedingungen, Motive und Erscheinungsformen studentischer Zurückhaltung in Lehrveranstaltungen. Im Mittelpunkt stehen individuelle Merkmale wie Introversion, soziale Unsicherheit und Selbstwirksamkeitserwartungen sowie Kontextfaktoren wie Lehrmethoden, Lernklima, Interaktionsstrukturen und Prüfungsanforderungen. Mithilfe quantitativer und qualitativer Methoden sollen typische Beteiligungsmuster identifiziert und ihre Bedeutung für Lernprozesse und Studienerfolg analysiert werden.

Der wissenschaftliche Beitrag liegt in der Verbindung hochschuldidaktischer, motivationspsychologischer und persönlichkeitspsychologischer Perspektiven auf studentische Beteiligung. Aufbauend auf den Ergebnissen werden evidenzbasierte Handlungsempfehlungen für eine beteiligungsförderliche Hochschullehre entwickelt.

Ziel ist es, Lehr-Lern-Arrangements zu identifizieren, die eine breitere Einbindung aller Studierenden ermöglichen und insbesondere introvertierten sowie sozial zurückhaltenden Studierenden den Zugang zu aktiver Beteiligung erleichtern.