Mangelnder Parkraum bedeutet für die Fernfahrenden deutlich mehr Zeit und Stress bei der Parkplatzsuche zur Einhaltung der gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten und somit eine Unfallgefahr für sich selbst und für andere. Die Polizei weiß um die Probleme der Lkw-Fahrenden und befindet sich dabei in einem Interessenskonflikt: Lässt sie ein „Wild-West-Parken“ zu oder werden müde Fahrende von ihr „auf die Reise geschickt“, sich eine ordnungsgemäße Ruhemöglichkeit zu suchen. Nur ausgeruhte Lkw-Fahrende gewährleisten Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden.
Wie bereits in ihrer Bachelorarbeit ausgeführt, wies Vanessa Kuhlage auch beim Berliner DVR-Kolloquium auf bedeutsame Schwächen und Mängel bisheriger durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) beauftragter und unter anderem seitens der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) durchgeführter Untersuchungen zum Lkw-Parkplatzangebot hin, die nur zu bedingt brauchbaren, nicht realitätsgerechten Ergebnissen gekommen sind. Immerhin haben während der Thesis-Bearbeitungszeit einige durch Frau Kuhlage initiierte Schriftwechsel dazu geführt, dass die von der Studentin aufgezeigten Mängel der Untersuchungsmethodik durch die BASt seither erkannt und unmittelbar behoben worden sind. So fehlen nun nach offiziellen Feststellungen nicht nur 20.000 Lkw-Stellplätze, sondern etwa 35.000 bundesweit. Wer einen Brummi steuert und die gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten einhalten will, ist leider bis heute häufig gezwungen, das Fahrzeug verbotswidrig abzustellen.
Auch in der jüngsten Ausgabe der „Streife“ (Heft 03/2023, S. 38 f.), dem vom Ministerium des Innern NRW für die Beschäftigten der Polizei herausgegebenen Mitarbeitermagazin, findet sich ein ausführlicher Bericht über die Arbeit von Frau Kuhlage.
In der Berliner Arena folgten auf ein Videogrußwort von Oliver Luksic, Parlamentarischer Staatssekretär beim BMDV und Koordinator der Bundesregierung für Güterverkehr und Logistik, eine Keynote von Henning Rehbaum, CDU-Bundestagsabgeordneter und Mitglied im Verkehrsausschuss, sowie ein Gespräch mit der Moderatorin der Veranstaltung, Eva-Maria Lemke.
Im Anschluss erläuterte Prof. Dr. Dirk Engelhardt, Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), seine Forderungen zu einer Neujustierung der Qualifikationsanforderungen zwecks Behebung des Fahrpersonalmangels im gewerblichen Güterverkehr.
In einem weiteren anschaulichen Vortrag gab Raymond Lausberg (Polizei Lüttich, Belgien) einen erschreckenden Einblick in den Arbeitsalltag und in die Arbeitsbedingungen von Lkw-Fahrenden sowie in die damit einhergehende Verkehrsunsicherheit auf Europas Straßen.
Last but not least führte Eva-Maria Lemke durch eine Diskussionsrunde mit allen Vortragenden, Dr. Jörg Hedtmann, Leiter des Geschäftsbereichs Prävention bei der Berufsgenossenschaft Verkehrswirtschaft, Post-Logistik und Telekommunikation (BG Verkehr), und Stefan Thyroke, Leiter Fachgruppe Speditionen, Logistik, Kurier-, Express- und Paketdienste bei der ver.di Bundesverwaltung.