KI im PersonalmanagementStudentisches Projektstudium

Mehrere Menschen sitzen an einem Besprechungstisch. Daneben stehtein Fernseher.
Eröffnungsveranstaltung mit den Projektpartnern
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Wie kann Künstliche Intelligenz die kommunale Personalarbeit entlasten, ohne den Menschen aus der Verantwortung zu nehmen?

Diese Frage stand im Mittelpunkt eines zweimonatigen Projektstudiums im Studiengang Kommunaler Verwaltungsdienst an der HSPV NRW. Unter der Leitung von Prof. Dr. Sascha Kische untersuchten neun Studierende am Studienort Hagen von April bis Juni 2026, welche Einsatzmöglichkeiten die KI speziell für das Personalmanagement der Stadt Hagen als Projektpartner eröffnet.

Die Projektgruppe arbeitete praxisnah: Sie wertete rechtliche Vorgaben wie die DSGVO, NRW-ministerielle Handlungsleitfäden und den EU AI Act aus, führte zudem Gespräche mit dem KI-Beauftragten der Stadtverwaltung, betrachtete Beispiele aus 13 Kommunen und analysierte konkrete HR-Use-Cases. Im Fokus standen Recruiting, Wissensmanagement und Chatbots, Personalentwicklung sowie administrative Automatisierung. Ergänzt wurde die Untersuchung durch eine Befragung zur Akzeptanz von KI, an der mehr als 50 Beschäftigte teilnahmen.

Ein Ergebnis zieht sich deutlich durch den Abschlussbericht: KI kann im Personalbereich besonders dort Mehrwert schaffen, wo sie unterstützt, strukturiert und entlastet. Dazu zählen etwa Entwürfe für Stellenausschreibungen, schnellere Bewerberkommunikation, interne Wissenschatbots, die Aufbereitung vorhandener Informationen oder die Unterstützung bei Lern- und Entwicklungsbedarfen. Kritischer bewertete die Gruppe dagegen Anwendungen, die Bewerbende oder Beschäftigte bewerten, „listen“ oder Entscheidungen vorbereiten. Hier greifen hohe rechtliche und ethische Anforderungen – menschliche Kontrolle, Transparenz und Nachvollziehbarkeit bleiben unverzichtbar.

Das Projekt nahm damit den Zeitgeist auf, der auch währenddessen tagesaktuell war. Beim 19. Symposium für Personalmanagement im öffentlichen Sektor der HSPV NRW am 6. Mai 2026 stand das Personalmanagement „in der neuen Zeit“ im Mittelpunkt, einschließlich der Frage, wie Beschäftigte neue Technik erleben und wie öffentliche Arbeitgeber darauf reagieren sollten. Parallel zur Schlussphase des Projektstudiums veröffentlichte die Stadt Hagen für die Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 18. Juni 2026 eine Stellungnahme zu Potenzialen und Einsatz von KI in der Stadtverwaltung. Darin werden unter anderem Chatbots, Prozessoptimierung, Schulungen, Datenschutz, Dienstanweisungen und der Aufbau einer KI-Infrastruktur aufgegriffen – alles Themen, die auch das studentische Projekt vorausschauend in den Blick nahm und bearbeitete.